1.      Vor dem Törn

1.1       Revierauswahl

1.2       Nautische Unterlagen

2.      Der Törn

2.1       Die ersten 14 Tage

2.2       Die zweiten 14 Tage

3.      Nach dem Törn

3.1       Besonderheiten des befahrenen Reviers

3.1.1   aus nautischer Sicht       

3.1.2   aus wirtschaftlicher Sicht

3.2       Allgemeines

1.         Vor dem Törn

1.1         Revierauswahl

Da wir schon längere Zeit nicht mehr in Griechenland waren, obwohl es früher unser Lieblingsrevier war, entschlossen wir uns im Jahre 2014 wieder mal in Athen zu chartern. Hinzu kam noch, dass aus dem Bekanntenkreis Interesse an diesem Revier bekundet wurde, insbesondere an den Kykladen und Santorini. In Kreta waren wir noch nie, da es auch meist von Chartercrews, die in Athen starten, nicht angelaufen wird.

 

1.2 Nautische Unterlagen

Küstenhandbuch Griechenland von Rod Heikell  Auflage 2009
Imray Sportbootkarten für das Revier
Griechenland 1+2+3+4 von Gerd Radspieler

2.     Der Törn

2.1    Die Crew der ersten 14 Tage:   Günter Schwab, Carola Schwab, Hannelore Baum,
Peter Baum, Werner Knöpp, Michael Kurz, Sigrid Ott-Hahn.



Nach einem Flug von Frankfurt über Wien nach Athen kamen wir am frühen Nachmittag in Athen an. Leider ohne Gepäck. Es blieb in Wien zurück und kam erst am nächsten Tag an. Dadurch hatten wir auch genügend Zeit die Übernahme stressfrei abzuwickeln. In aller Ruhe legten wir am nächsten Tag, am Sonntag, nach der Gepäckanlieferung, ab. Zunächst wurden alle Sicherheitsmanöver ausführlich besprochen und auch gefahren. Bei einer eingespielten Crew geht das recht schnell.

 

Unser erstes Tagesziel war Ägina. Leider fanden wir nur noch einen Liegeplatz an einem Ponton im neuen Hafen, ohne Wasser und Strom. In den nächsten Tagen ging es dann über Ormos Vathy, einem schönen, kleinen Hafen an der Methanahalbinsel, nach Poros mit der sehr gut ausgebauten Kaianlage und weiter nach Hydra.

Der Hafen von Hydra ist einer der schönsten griechischen Häfen und dementsprechend frequentiert. Da wir nicht zu spät in den Hafen kamen war sogar am Kai vor dem Ort noch genügend Platz, der aber nicht sofort zu erkennen war.

Die bereits dort liegenden Yachten hatten römisch-katholisch mit viel Zwischenraum fest gemacht. Wie das manchmal so geht bemerkte auch niemand, dass wir einen Liegeplatz suchten. Erst als wir unseren Anker legten und entschlossen auf die breiteste Lücke zufuhren kam Bewegung in die Yachten und alle rückten etwas zusammen. Außer für uns war letztendlich noch Platz für 2 weitere Yachten. Die Hilfsbereitschaft ist manchmal nicht sehr ausgeprägt. In diesem schönen Hafen blieben wir dann noch einen weiteren Tag.

Am Freitag, früh um 05.30 Uhr, liefen wir bei leichtem Regen in Hydra aus. Unser Ziel war Kythnos. Am Vormittag besserte sich dann langsam das Wetter und wir konnten sogar vor dem Hafen Mericha noch einen Badestop einlegen. In Mericha führten wir einige kleine Reparaturen am Schiff aus. Man merkte doch, dass die Saison zu Ende ging und beim Chartererwechsel nur das notwendigste repariert wurde.

Von Kythnos nach Sifnos und dann weiter nach Ios. Auf der Fahrt von Sifnos nach Ios hatten wir Starkwind und starken Seegang und waren froh als wir den Hafen von Ios erreichten. Unser nächstes Ziel war Santorini, ein ehemaliger Vulkan der vor 3500 Jahren nach einer gewaltigen Eruption in der Mitte einbrach. Heute sind nur noch der Rand und mehrere Lavainseln in der Mitte zu sehen.

Wegen der außerordentlich großen Wassertiefe ist Ankern sehr schwierig oder unmöglich. Die Festmachetonnen, die früher auslagen, sind teilweiseeingezogen oder den Kreuzfahrtschiffen vorbehalten. Für Yachten ist es schwierig einen Liegeplatz zu finden.Dieses Problem sollte mit der Marina Vlychada gelöst werden. Trotz jahrelanger Bauzeit ist die Marina immer noch nicht endgültig fertig und schon zu klein. Im Internet kann man haarsträubende Geschichten über diese Marina nachlesen, insbesondere über die Ansteuerung, die Einfahrt und die Tiefe im Einfahrtkanal. Wir können das nicht bestätigen. Mit 2m Tiefgang konnten wir ohne Probleme einlaufen und bekamen vom Hafenmeister gleich einen Liegeplatz angewiesen, nachdem wir ihn auf Kanal 10 angerufen hatten. Wir lagen im Päckchen an der Außenseite der Innenmole. Im inneren Hafenbecken liegen nur Yachten und Katamarane die gewerblich genutzt werden.

Am nächsten Tag erkundeten wir Santorin mit einem geliehenen Minibus. Interessant, zumal außer uns 7 Seglern noch ca. 4000 chinesische Touristen die Insel bevölkerten. Es hatten zwei große Kreuzfahrtschiffe festgemacht.

Am frühen Abend starteten wir zu unserer Nachtfahrt nach Kreta. Die Windverhältnisse waren ideal, jedoch rollte das Schiff durch die Dünung unerträglich. Zwei Mitseglern würde es übel. Am nächsten Morgen erreichten wir die Insel Dia mit einer sehr geschützten Bucht im Süden. Dort fiel der Anker für diesen Tag und die folgende Nacht.

Nach Heraklion waren es dann nur noch 7sm. Der Yachthafen war überfüllt, jedoch liefen gerade 2 Yachten aus, so dass wir noch zu einem guten Liegeplatz in Stadtnähe kamen.Am nächsten Tag brachten wir dann unsere 4 Heimreisenden zum Flughafen und warteten auf 2 Neuankömmlinge.

2.2       Die Crew der zweiten 14 Tage:

Günter Schwab, Peter Baum, Werner Knöpp, Werner Rittershofer, Bernd Roth.

Mit unseren neuen Crewmitgliedern ging es zuerst einmal nach Ormos Balion. Ein malerischer Fischerhafen mit 4m Wassertiefe am Kai. Wir waren die einzige Yacht. Alles sehr schön. Am darauf folgenden Tag ging es dann weiter nach Chania. Ein gut geschützter Hafen und eine malerische Stadt. Wir waren begeistert.

Von Chania segelten wir nach Ormos Menies. Eine kleine Bucht im Norden der Halbinsel Rodopos. Vor zwei Buganker und zwei Landleinen lagen wir sehr sicher. Wir verbrachten dort die Nacht und verkürzten unseren Weg nach Kythira um 14sm.
Am nächsten Tag, schon zeitig, gingen wir Anker auf und machten uns auf den Weg nach Kythira. Gegen den N-NE Wind und die ruppige See konnten und wollten wir nicht aufkreuzen. Wir fuhren unter  Motor  Richtung Kythira und kamen noch in ein örtliches Gewitter. Ein unangenehmer Tag. Gegen 16.00 Uhr erreichten wir dann endlich den Hafen Kapsali auf Kythira. Außer uns nur noch eine polnische Yacht.

Weiter ging es dann am nächsten Morgen Richtung Peloponnes. Wir entschieden uns für die Lee-Seite von Kythira. Eine gute Entscheidung. Nach einer Unterbrechung in der Südbucht von Elaphonisos erreichten wir dann Neapolis und machten am Fähranleger fest. Die Hafenpolizei wies uns nacheinander vier verschiedene Liegeplätze zu, alles in höflichem Ton. Sie entschuldigten sich für die Unannehmlichkeiten. Warum wir nicht gleich am letzten Liegeplatz festmachen konnten erfuhren wir nie.

Unser nächstes Ziel war Monemvassia. Dazu mussten wir das berühmt, berüchtigte Kap Males runden. In der griechischen Sage wird berichtet, dass dort viele der antiken Helden scheiterten. Also gingen wir mit gehörigem Respekt zur Sache.

Je näher wir an das Kap kamen um so mehr frischte der Wind auf und der Seegang nahm zu. Mit gerefften Segeln und Motorunterstützung kamen wir gut um das Kap herum und in ruhigere Gewässer. Bald war Monemvassia erreicht. Mittlerweile gibt es eine neue, gut geschützte Marina, zu 80% fertig, wie so vieles in Griechenland. Die Häuser auf dem Fels sind schön restauriert und die Lokale verfügen alle über eine Terrasse mit fantastischem Ausblick. Hier probierten wir den guten „Monemvassia-Wein“, wie in schon Barawitzka trank, wenn Sie wissen was ich meine. Ein kleines Glas zu 1cl für 8,00 EUR.

Weiter nach Kyparissi mit Zwischenstop in Limani Gerakas. Bei unserem Wirt gab es Gambas in Tomatensoße mit Fetakäse, ein Gedicht. In Kyparissi ankerten wir vor der Kapelle. Weiter nach Spetsai, Hydra, Poros und Perdika ohne besondere Ereignisse. Es waren schöne, ruhige Tage.

Von Perdika zunächst zu dem Ankerplatz gegenüber der Insel Dorousa im Süden von Angistri. Dann weiter zu dem Hafen Angistri. Wir waren überrascht. Angistri ist eine gute Alternative zu dem meist überfüllten Hafen Ägina.

Am nächsten Morgen zurück nach Athen.

3.     Nach dem Törn

3.1    Besonderheiten des befahrenen Reviers

3.1.1   aus nautischer Sicht

Das Revier ist gekennzeichnet durch überwiegenden Wind aus NE was für die Reise nach Heraklion günstig war aber den Rückweg über den Peloponnes erschwerte. Der erwartete Südwind am Peloponnes setzten erst mit Beginn des Argolischen Golfs ein. Da wir einen Zeitplan einhalten mussten waren wir gezwungen die Maschine öfters als uns lieb war einzusetzen.

3.1.2     Aus wirtschaftlicher Sicht             
In Griechenland scheint die Entwicklung des nautischen Tourismus zu klemmen. Öfters trifft man auf Projekte die nur 80% fertig sind. Die letzten Feinheiten wie Wasser, Strom, ordentliche Duschen und Belag auf dem Rohbeton fehlen. Wir zahlten meist nur 2,00 bis 3,00 EUR Hafengebühr für die Nacht, manchmal auch nichts. Die meisten Segler sind vermutlich bereit eine ordentliche Hafengebühr zu zahlen, gegen bessere Leistungen.

3.2  Allgemeines
Ein schöner Törn in Griechenland ist zu Ende. Einige Verbesserungen der Infrastruktur werden sicher noch kommen. Wir konnten keine Vorbehalte gegen Deutsche wegen der wirtschaftlichen Probleme und der  politischen Situation erkennen.